| Zeitraum: | 28.01.2025 - 21.02.2025 |
| Revier: | Atlantik, Karibik, Martinique, Le Marin - Saint Martin |
| Boot: | eMMa - Moody 44 |
| Crew: | Markus Melanie |
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Bericht 80 - Überfahrt nach Saint Martin - Saint Martin und Sint Maarten - krank im Bett und 30 Jahre ein Team
Am Dienstag, dem 28.01.2025 kaufen wir noch die letzten Sachen im Supermarkt ein, drehen mit dem Dinghy eine Abschiedsrunde und machen uns zur Abfahrt fertig. Auch die Moana geht Anker auf, doch leider in die entgegen gesetzte Richtung. Wir starten Richtung Saint Martin. Rund 260 sm liegen vor uns. Wir segeln an Dominica entlang und lassen auch die Les Saintes an Steuerbord liegen. An der Westküste Guadeloupes entdecken wir mal wieder fliegende Fische an Deck und in der Abenddämmerung begegnet uns ein weiteres Mal der Ottifant! Dann geht es in die Nacht. In den Morgenstunden passieren wir St. Kitts und Nevis. Wir haben die Angel ausgebracht und werden am Nachmittag von Tölpeln umrundet, die darauf warten, dass an unserer Angel etwas beißt. Den frisch gefangenen Barrakuda bekommen sie jedoch nicht von uns geschenkt. Mit der Abenddämmerung nehmen wir direkten Kurs auf Saint Martin und es gibt frischen Fisch und Reis. Um 21 Uhr am 30.01.2025 fällt unser Anker in der Marigot Bay auf Saint Martin.
Der erste Rundblick am Morgen hat eine Überraschung parat. Denn zwei Boote weiter liegt die Shuti, ein Katamaran, den wir bereits mehrfach getroffen haben. Markus macht sich mit dem Dinghy zum Einklarieren auf den Weg. Dabei wird er extrem nass, weil der Außenborder nicht einwandfrei funktioniert. Die Reinigung des Vergasers verschafft aber ein weiteres mal Abhilfe.
Am Samstag, dem 01.02.2025, heißt es für Melanie wieder früh aufstehen, denn sie hat Funkkurs. Und am Nachmittag nutzen wir die Brückenöffnung, um in die Simpson Bay Lagoon einzufahren. Für die nächsten Tage ist noch stärkerer Wind angesagt und in der Lagune ist es schön geschützt. Es ist für uns die erste Brücke seit den Niederlanden auf dieser Reise. Am Abend fahren wir mit dem Dinghy dann einfach auf die holländische Seite und treffen uns dort mit der Ocean Breeze, Wir kaufen ihnen einen mobilen Spibaum ab. Der Rücktransport via Dinghy gestaltet sich als etwas abenteuerlich, aber gut machbar, da das Wetter noch ganz ruhig ist.
Am Sonntag Morgen machen wir uns auf den Weg, um uns mit den neuen Eignern der Nala zu treffen, denn sie haben noch ein paar Dinge, die wir mitnehmen sollen. Das erste Losfahren mit dem Dinghy fällt buchstäblich ins Wasser und wir brechen es ab. Obwohl wir bei den ersten Tropfen bereits umdrehten und der Weg zu eMMa zurück gar nicht weit ist, werden wir nass bis auf die Knochen. Wir warten den Schauer ab und starten einen zweiten Anlauf. So gelangen wir dann mit etwas Verspätung zum Frühstück am verabredeten Treffpunkt in einer Bäckerei. Die neuen Eigner sind merkwürdig, wir werden nicht so richtig miteinander warm. Wir nehmen die Dinge, die wir ausgehändigt bekommen und verabschieden uns. Für uns ist es eine schmerzhafte Erfahrung das Boot wieder zu sehen, werden wir es doch immer mit „unseren Nalas“ verbinden. Auch schmerzt es, dass wir zu den Neuen so überhaupt keine Verbindung bekommen.
Die neue Woche beginnen wir mit Frühstück im Bett. Markus ruht sich aus. Melanie näht an Laras Geburtstagsgeschenk. Sie soll im April zu ihrem Geburtstag einen Erinnerungsquilt bekommen. Außerdem entsteht auch noch eine Fußmatte für Elba fürs Badezimmer und eine Abdeckung für den Tauchkompressor.
Ab Donnerstag liegen wir dann beide flach mit einer Erkältung. Tee, Schlafen, im Bett bleiben. Hörbuch hören, schlafen, Serie gucken, schlafen, Kleinigkeiten kochen und verspeisen. So vergeht eine ganze Woche. Erst dann wird es so langsam besser. Am Valentinstag mieten wir uns ein Auto und erkunden die Insel. Wir besuchen Philipsburg und machen einen Strandausflug an die Ostseite der Insel. Wir toben in den wilden Wellen und wärmen uns in der Sonne wieder auf. Besonders faszinierend sind für uns die Grenzübergänge. Es gibt große Grenzsteine rechts und links, aber ansonsten sieht man nicht, dass hier eine europäische Außengrenze verläuft.
Um die Aufteilung der Insel entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche Legenden. Im Kern ist allen gemein, dass die beiden Seiten einen Wettstreit austrugen, um die territorialen Grenzen festzulegen. Besonders beliebt ist die Legende, dass Franzosen und Holländer vereinbarten, dass je ein Vertreter jeder Nation in entgegengesetzten Richtungen loslaufen und die Grenze dort gezogen wird, wo die beiden sich treffen würden. Doch zuvor gab es ein gemeinsames Gelage. Und so hatten der weintrinkende Franzose einen kleinen Vorteil, denn der Läufer der Holländer trank Gin und kam somit nicht ganz so weit. Und so ist der holländische Teil der Insel deutlich kleiner.
Am folgenden Tag wollen wir den Mietwagen eigentlich noch für einen größeren Einkauf nutzen, doch im Supermarkt sind große Teile der Regale gähnend leer. Scheinbar ist das Containerschiff noch nicht da gewesen.
Am 17.02.2025, einem Montag, macht Markus einen Ausflug an den berühmten Strand von Sint Maarten, wo die Flugzeuge einem quasi auf den Kopf fallen und man beim Startvorgang mit Kerosinabgasen gesandstrahlt wird. Melanie macht den Tag noch mal Pause.
Am Mittwoch ist dann auch endlich Ware in allen Supermärkten eingetroffen. Zudem statten wir dem Baumarkt einen Besuch ab.
Der Donnerstag, 20.02.2025, ist für uns ein ganz besonderer Tag, denn es ist unser Jahrestag. 30 Jahre sind wir zwei bereits ein Paar. Seit 30 Jahren gehen wir durch dick und dünn. Ein besonderer Tag, der natürlich gebührend gefeiert wird. Und ein Tag, an dem wir die Entscheidung treffen, dass wir die BVI´s auslassen werden. Ursprünglich wollten wir dort noch eine oder zwei Wochen lang tauchen gehen. Doch durch die Erkältung sitzen unsere Nasennebenhöhlen noch immer zu und tauchen wird in den nächsten Tagen nicht möglich sein. Dann nutzen wir die Zeit der weiteren Genesung lieber als Überfahrt und haben mehr Zeit auf den Bahamas. Somit geht es an die Vorbereitungen für die Abfahrt. Wir haben bereits von anderen Seglern gehört, dass es sinnvoll ist, sich auf den französischen Inseln noch mit Lebensmitteln einzudecken, da die Bahamas sehr teuer sein sollen.